David Berger: Vom Kirchenkritiker zum islamophoben Feind der deutschen Medien

(RT Deutsch) David Berger ist Theologe und wurde ursprünglich durch seine Kritik an der Katholischen Kirche bekannt. In seinem 2010 erschienenen Bestseller „Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche“, eröffnete er die Debatte über das schwierige Verhältnis der katholischen Kirche zur Homosexualität.

Nachdem er allerdings als Chef-Redakteur des Homo-Magazins „Männer“ ein Sonderheft zum Thema Islam und Homosexualität veröffentlichen wollte, entließ ihn der Verlag nach einigem Hin und Her. Nun veröffentlicht Berger seine Texte, die sich schwerpunktmäßig mit der, wie er es nennt, „Islamisierung Deutschlands“, der Migration und der Bundesregierung befassen, auf seinem Blog Philosophia Perennis.

Nachdem er dort die Arbeit der Amadeu Antonio Stiftung hinterfragt hatte, geriet er auch ins Fadenkreuz dieser staatlich unterstützen Stiftung. Im Gespräch mit Jasmin Kosubek erläutert David Berger, wie er vom homosexuellen Freund zum „rechtspopulistischen“ Feind der deutschen Medien wurde.

Schubladenfrei – Vita David Berger

Liberal und konservativ, homosexuell und Kultur-Katholik, Menschenrechtsaktivist und traditioneller Theologe. Von den Extremisten auf der Rechten wie der Linken gehasst.

Im Privatleben wechselnd exzessiver Hedonist in bacchantischem Dschungel und dann wieder voll Sehnsucht nach der Apollinischen Klarheit. Ein Sünder, der zu den/m Heiligen aufschaut.

Schizophren? Ein Felix Krull?

Vielleicht auch. Den Schubladen entsprungen verunsichernd, provozierend und dadurch hoffentlich fruchtbare Debatten auslösend.

„Fecisti nos ad te, domine, et inquietum est cor nostrum donec requiescat in te“ (Augustin) 

Geboren am 8. März 1968 in Würzburg. Aufgewachsen in verschiedenen süddeutschen Städten. Gymnasium und Internat bei den Benediktinern der Abtei Münsterschwarzach.

1989 Abitur. Im selben Jahr lernt er im November seinen Lebenspartner kennen, mit dem er bis heute zusammenlebt.

Studium der Philosophie, Theologie und Germanistik in Würzburg, Köln, Dortmund und Lublin (Polen). Promotion in Philosophie an der Universität Dortmund. An der katholischen Universität Lublin Habilitation im Fach Dogmatik

Ab 1995 regelmäßiger Autor für „Die Tagespost“, wissenschaftliche Fachzeitschriften („Angelicum“, „Gregorianum“, „Divinitas“, „Antonianum“, „Trierer Theologische Zeitschrift“, „Neue Ordnung“ u.v.a) und Lexikonprojekte (BBKL).

Bis 2017 zahlreiche wissenschaftliche Monographien zu Thomas von Aquin und der mittelalterlichen Philosophie (u.a. bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft u.a. Fachverlagen)

1998 Promotion zum Dr. phil. bei Prof. Thomas Ruster mit einer Arbeit zu „Natur und Gnade“

2000-2012 Gymnasiallehrer in Erftstadt (Ville-Gymnasium)

2003 Professor an der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin im Vatikan sowie Chefredakteur der katholischen Monatsschrift „Theologisches“

2004 Vizepräsident der Deutschen Thomas-Gesellschaft, Herausgeber des Jahrbuchs „Doctor Angelicus“.

2005 Habilitation in systematischer Theologie (Dr. habil. theol.) an der Universität Lublinund Aufnahme in den Ritterorden von Jasna Gora

2009 Lektor der Vatikanischen Glaubenskongregation

April 2010 aufsehenerregendes Outing in der Frankfurter Rundschau.

Juni 2010 Entlassung aus der Päpstlichen Thomasakademie.

November 2010 erscheint sein autobiographischer Bestseller „Der heilige Schein“ (7 Auflagen, 2 TB-Aufl.) – Hier die dokumentarische Verfilmung zentraler Themen des Buches:

Mai 2011 Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis durch Kardinal Meisner von Köln.

Ab Oktober 2012 Koordination  der Kampagne „Stoppt kreuz.net“ im Auftrag des Bruno Gmünder Verlags von Berlin aus.

Ab Mai 2013 Chefredakteur von Deutschlands größtem schwulen Livestylemagazin „Männer“.  Im Februar 2014 wird er wegen angeblicher Islamophobie als Chefredakteur entlassen.

Gastbeiträge u.a. für die „Zeit“, „Cicero“, „Vice“, „Junge Freiheit“, „Frankfurter Rundschau“ und Kölner Stadtanzeiger. Interviews mit ARD und ZDF, dem „Spiegel“, Spiegel-TV usw.

Seit Januar 2014 lebt und arbeitet er abwechselnd in Berlin, Köln, Würzburg und Nizza (Südfrankreich).

Juni 2016 Start des Blogs „Philosophia Perennis“, der pro Monat durchschnittlich 2 Mio Klicks verzeichnet.

Seit März 2018 Mitglied im Kuratorium der Desiderius-Erasmus-Stiftung. Juli 2019 freiwilliger Austritt aus dem Kuratorium, da man ihm eine kritische Berichterstattung über den extrem rechten Rand der AfD untersagen wollte.

Im Juli 2019 erscheint sein Buch „Thomas von Aquin – Leuchtturm des Abendlandes“.